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19.06.2015 | Bericht der Märkischen Allgemeinen
Buschzulage für Landlehrer
Neuruppin. Er hatte eine Prämie für Pädagogen in der Provinz ins Gespräch gebracht, weil es nicht genügend Bewerber für Klassenzimmer in ländlichen Regionen der Mark gibt. Ob die Zulage kommt, ist immer noch unklar. Derzeit werde über das Gehaltsplus von 300 Euro bei Neueinstellungen mit dem Finanzministerium und dem Landtag verhandelt, sagt Florian Engels, Sprecher des Bildungsministers. Trotz der Vorbehalte einiger Abgeordneter und der Lehrergewerkschaft, die bei ungleicher Bezahlung für gleiche Leistung Unzufriedenheit in den Kollegien befürchten, behalte das Ministerium die Idee im Blick. Eingesetzt werde das Lockmittel, so es denn kommt, aber nicht großflächig, sondern nur an Standorten, an denen keine anderen Anwerbeversuche helfen und Stellen lange unbesetzt bleiben. Das heißt: Die Prämie wird es eher in der Prignitz als in Potsdam geben. Ob sie bereits zum kommenden Schuljahr zum Einsatz kommt, sei noch unklar.
Die Aussichten allerdings, dass alle noch offenen Stellen bis August auch ohne Zulage besetzt werden, seien gut. Das hätten alle Leiter der Regionalstellen des Schullandesamtes signalisiert, so Engels. 1070neue Lehrer werden in der Mark zum neuen Schuljahr gebraucht. Mehr als die Hälfte der Stellen sei bereits besetzt. In den nordwestlichen Landkreisen sieht die Lage noch besser aus. Von 68Lehrern, die gesucht werden, sind 47eingestellt. Es fehlen nur noch neun in Ostprignitz-Ruppin und zwölf in der Prignitz. "Ich bin ganz optimistisch, dass wir auch noch die restlichen schaffen", sagt Karl-Heinz Kowalzik, der Neuruppiner Regionalstellenchef - auch wenn seine Behörde durch die bundesweit schwierige Bewerberlage richtig gefordert sei.

Eine Task-Force gegen den Lehrermangel, die der Landtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann, angesichts der kürzlich vom Ministerium bekanntgegebenen Zahlen forderte, sei nicht erforderlich, sagt Bildungsminister Baaske (SPD). Statt Stimmung zu machen, hätte sich Hoffmann aktuelle Zahlen besorgen sollen, wettert der Minister. Oder es auch besser wissen müssen, denn die Lage entspannt sich meistens nach dem Frühjahr. Wie auch jetzt die für April gültige Vakanz von 50Stellen in den zwei Kreisen überholt ist.

Es sei richtig, dass es die Entwicklung gibt, erwidert Hoffmann. Durch die jahrelange verfehlte Bildungspolitik der Regierung müsse das Land aber jedes Jahr wahnsinnig viele Pädagogen einstelle - eine Herausforderung in Zeiten des Lehrermangels. Um sie zu meistern, sei es zwingend erforderlich, einige Fachleute nur für diese Aufgabe in einer Task-Force freizustellen. "Es macht keinen Sinn, sich jetzt über Modelle für 2018 zu unterhalten. Das oberste Ziel muss sein, das nächste Schuljahr vorzubereiten." Eine Aufgabe, mit der laut Hoffmann die kürzlich umstrukturierte Schulaufsicht überfordert zu sein scheint. Ob die Landlehrerprämie dabei helfen könnte, weiß der CDU-Mann nicht, da bislang kaum Informationen über Details durchgesickert seien. "Es ist ein typischer Baaske: Er posaunt etwas hinaus, hat aber nichts in der Hinterhand." (Von Cekina Aniol)

Quelle: www.maz-online.de/Lokales/Prignitz/Buschzulage-fuer-Landlehrer
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