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18.07.2018 | Pressebericht Potsdamer Neueste Nachrichten
Stundenausfall an Schulen sinkt leicht - Opposition zweifelt an Zahlen des Ministeriums
Potsdam - In Brandenburgs Schulen ist im ersten Halbjahr 2017/18 weniger
Unterricht ausgefallen. Von den geplanten Stunden wurden 1,9 Prozent ersatzlos gestrichen, teilte das Bildungsministerium am Dienstag mit. Im ersten Schulhalbjahr 2016/17 lag deren Anteil noch bei 2,1 Prozent - damals der höchste Stand seit zehn Jahren. Man habe „kein flächendeckendes Problem mit erheblichem Unterrichtsausfall“, hieß es aus dem Ministerium. Verantwortlich für den Rückgang seien unter anderem ein gut funktionierendes Meldesystem sowie eine Vertretungsreserve von drei Prozent. Seit Anfang 2015 stelle das Land 5,5 Millionen Euro für den kurzfristigen Vertretungsbedarf zur Verfügung.
Man müsse realistisch bleiben, riet Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher angesichts der neuen Zahlen: „Unterrichtsausfall wird sich im Laufe eines Schuljahres auch bei bester Organisation und bei Ausschöpfen aller Vertretungsmöglichkeiten nicht komplett vermeiden lassen“, sagte er. Man werde aber gemeinsam mit Schulleitung, Lehrkräften und Schulämtern weiterhin alles tun, um diesen Ausfall so gering wie möglich zu halten.
 
Für den bildungspolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann,
klingt das wie Hohn. „Das ist eine unendliche Geschichte und vollkommen absurd“, sagte er den PNN. Die 1,9 Prozent seien nur Teil der Wahrheit, denn die Stillbeschäftigung von Schülern oder das Zusammenlegen von Klassen würde in der Statistik gar nicht berücksichtigt. „Wenn ein Lehrer zwei Klassen mit je 28 Schülern betreuen muss, dann ist er am Ende nur froh, wenn alle überlebt haben“, sagte Hoffmann. Er fordert, die Vertretungsreserve deutlich zu erhöhen. „Wir fahren da seit Jahren auf Verschleiß und das Ministerium will das Problem nicht erkennen“, so Hoffmann. Auf eine Zahl - die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte zuletzt acht bis zehn Prozent für die Vertretungsreserve gefordert - wollte sich Hoffmann aber nicht festlegen: „Wir müssen die Arbeitsbedingungen für Lehrer verbessern, das geht nur durch eine bessere Personalausstattung.“ Der CDU-Politiker hofft, dass dadurch auch der hohe Krankenstand an Brandenburgs Schulen zurückgeht.
 
Tatsächlich liegt dem Bildungsministerium zufolge an manchen Schulen in der Mark der Unterrichtsausfall über dem Landesdurchschnitt. Einerseits, weil mehr Lehrerinnen in Mutterschutz gingen, aber auch wegen einer hohen Zahl an Langzeiterkrankten. Vor allem kleine Schulen seien davon betroffen. Brandenburgs Lehrerschaft ist im Durchschnitt gut 50 Jahre alt und gilt im Ländervergleich als überaltert. So überrascht es wenig, dass der Vertretungsbedarf im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016/17 um 0,1 Prozent auf 10,3 Prozent gestiegen ist.


Quelle: www.pnn.de
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