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21.08.2018 | Pressebericht der Märkischen Allgemeinen
Weniger Anträge auf Schüler-Bafög in Brandenburg
Das monatlich gezahlte Schüler-Bafög soll in Brandenburg von 100 auf 125 Euro steigen. Doch offenbar nehmen immer weniger Schüler die staatliche Geldspritze in Anspruch.
Potsdam. Für angehende Abiturienten aus einkommensschwachen Familien soll es ab diesem Schuljahr mehr Unterstützung geben. Wenn der Landtag zustimmt, soll das Schüler-Bafög von 100 auf 125 Euro steigen. Doch offenbar nehmen immer weniger Schüler die staatliche Geldspritze in Anspruch. Wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Gordon Hoffmann hervorgeht, bezogen im vergangenen Jahr nur 2156 Schüler das Schüler-Bafög. Das sind ein Viertel weniger als noch 2014.
Die Opposition wertet die Zahlen als Beweis dafür, dass sich das Instrument nicht bewährt hat. Zwar spricht sich die CDU nicht grundsätzlich gegen eine Abschaffung des staatlichen Zuschusses aus. „Ich gönne jedem Schüler die Unterstützung. Doch damit sich mehr Jugendliche aus sozial schwächeren Familien für das Abitur entscheiden, wäre das Geld am Anfang des Bildungsweges besser investiert“, sagt Hoffmann. So sei die Entscheidung zum Abitur in der Oberstufe längst gefallen. Kritik von der Opposition Um benachteiligten Kindern Bildungschancen frühzeitig zu eröffnen, fordert der CDU-Politiker, mehr in die Kitas und Grundschulen zu investieren. Nachholbedarf gebe es etwa beim Betreuungsverhältnis von Erziehern und Kitakindern. „Auch in den Grundschulen könnten mehr Sozialarbeiter und multiprofessionelle Teams dabei helfen, dass Kinder aller Einkommensschichten, ihre Potenziale besser ausreizen und somit eine Empfehlung fürs Gymnasium bekommen.“ Auch die Grünen meinen, dass es für mehr Bildungsgerechtigkeit wichtiger wäre, früher anzusetzen. „Wie Bildungswege verlaufen, entscheidet sich nach der Kita, in der Grundschule. Und da sind die Defizite groß. Für einen besseren sozialen Ausgleich sind Investitionen in die frühkindliche Bildung und in den Grundschulbereich viel besser angelegt“, sagt die Bildungsexpertin der Grünen, Marie-Luise von Halem. Landesregierung setzt auf Chancengleichheit Das bundesweit einmalige Schüler-Bafög erhalten Oberstufenschüler aus Hartz-IV- oder Geringverdienerfamilien auf dem Weg zum Abitur. Die vor drei Jahren eingeführte monatliche Unterstützung für Schüler auf dem Weg zum Abitur ist für Ausgaben rund um den Schulbesuch wie Bücher, Theaterkarten oder Nachhilfe gedacht.Im vergangenen Jahr zahlte das Land rund 2,67 Millionen Euro an Kinder aus finanzschwachen Familien. CDU und Grüne hatten das von Rot-Rot initiierte Projekt von Beginn an kritisiert. Für die Landesregierung hingegen hat sich das Instrument bewährt. Warum die Zahl der gestellten Anträge auf Schüler-Bafög laut Bildungsministerium zuletzt rückläufig war, sei unklar. Möglich sei aber, dass sich die Einkommenssituation einiger Brandenburger Eltern stabilisiert habe. „Der Zuschuss stärkt Kinder aus sozial schwächeren Familien und sorgt für Chancengleichheit“, so Sprecher Ralph Kotsch. Von Diana Bade Quelle:http://www.maz-online.de/Brandenburg/Weniger-Antraege-auf-Schueler-Bafoeg-in-Brandneburg
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