Landlehrern ein Stipendium geben

Gordon Hoffmann (CDU) will den ländlichen Raum mit diversen Maßnahmen attraktiver machen.

24.08.2019 | Pressebericht des Prignitzer (Von Hanno Taufenbach)

Sieben Direktkandidaten ringen im Wahlkreis I um den Einzug in den Potsdamer Landtag. In einer Interviewserie stellen wir sie und ihre persönlichen Ziele vor. Heute: Gordon Hoffmann (CDU). Er möchte, dass der ländliche Raum lebenswert bleibt. Das aber setzt Investitionen voraus, sagt er im Gespräch mit Redakteur Hanno Taufenbach.

Herr Hoffmann, in Ihrem Wahlflyer haben Sie acht Ziele benannt. Wir möchten von Ihnen erfahren, welches Ziel Ihnen ganz persönlich am wichtigsten ist.

Nennen Sie uns bitte Beispiele.

Das Landlehrerstipendium: Überschaubare Kosten, leicht umzusetzen, eine große Wirkung. Lehramtsstudenten bekommen ein Stipendium, wenn sie sich verpflichten, nach dem Abschluss für eine bestimmte Zeit in einer ländlichen Region zu arbeiten. Seit drei Jahren ist die Idee in der Diskussion. Wir sollten sie endlich umsetzen, so wie es analog Krankenhäuser seit geraumer Zeit mit Erfolg machen.

Welche Rolle spielt für Sie die Digitalisierung?

Eine große und sie wird maßgeblich mit darüber entscheiden, ob der ländliche Raum eine Zukunft hat oder die Menschen woanders hingehen. Schnelles Internet muss heute als eine öffentliche Daseinsvorsorge akzeptiert werden.

Dort, wo wir Funklöcher haben, keine schnelle Datenverbindung, müssen wir als Land etwas machen. „Wir müssen unsere Möglichkeiten ausschöpfen und gegebenenfalls einen Schritt weiter gehen, ja auch mal Vorreiter sein.

Was stellen Sie sich vor?

Dass wir den Ausbau dort fördern, wo er sich für Unternehmen wirtschaftlich nicht trägt. Wir könnten Mobilfunkmasten errichten, Anbieter zu einer Zusammenarbeit bringen.

Aber primär zuständig sind die Bundesnetzagentur und die Bundesregierung. Das hat Ihnen die SPD beim Thema Funkloch schon einmal erklärt.

Ich bin es satt, ständig mit dem Finger auf andere zu zeigen. Wir können nicht warten, bis diese Probleme irgendwann gelöst sind, sonst sind die Menschen weg oder sie kommen gar nicht erst zu uns.

Das Thema Sicherheit hat im Zuge der Polizeireform über Jahre hinweg eine Rolle in der Prignitz gespielt. Leben wir hier sicher?

Ja, aber wir müssen ernst nehmen, dass viele es anders empfinden. Die Landesregierung hat ihren Reformfehler erkannt und versucht die Zahl der Polizisten aufzustocken. Aber noch nicht ausreichend. Wir brauchen in der Prignitz mehr Polizisten, mehr Streifenwagen, insbesondere an Wochenenden und nachts. Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass wir hier vielleicht weniger Menschen werden, die Wege deshalb aber trotzdem nicht kürzer sind.

Wie optimistisch gehen Sie in die Wahl?

Ich glaube, die Chance den Wahlkreis direkt zu gewinnen, war noch nie so groß für mich. SPD und Linke hatten vor der letzten Wahl versprochen, keine Kreisgebietsreform ohne vorherige Reform der Verwaltung. Sie haben ihr Wort gebrochen, das haben die Menschen nicht vergessen.

Sie haben die Reform auch nicht aus Überzeugung gestoppt, sondern wegen des Widerstandes der Bürger. 130 000 Unterschriften konnte selbst diese Landesregierung nicht ignorieren.

Ihre Partei lag in Umfragen lange sehr gut, hat jetzt aber an Boden verloren. Der interne Krach um die Aufstellung der Landesliste hat das verblasste Image einer zerstrittenen Partei wieder aufpoliert. Wie nehmen Sie das wahr?

Ich hätte uns mehr Einvernehmen in dieser Sache gewünscht, aber es war ein demokratischer Vorgang. Mit der gewählten Mannschaft treten wir als Team für einen Regierungswechsel an.

Im Falle einer Regierungsbeteiligung streben Sie welches Ministeramt an?

Grundsätzlich reden wir über Inhalte und nicht über Personalien. Wenn die Bürger mir erneut vertrauen, freue ich mich, als Abgeordneter ihre Interessen zu vertreten.

Was motiviert Sie, Ihre dritte Legislatur anzustreben?

Die Arbeit macht mir Spaß, es liegt mir, einen Ausgleich zwischen Positionen und Interessen der Menschen zu finden. Ich bin selbst mit Leib und Seele Prignitzer, möchte dazu beitragen, dass ich und andere hier weiter lebenswert wohnen können.

Und wenn es nicht klappen sollte, gehen Sie zusammen mit Ihrem Parteichef Ingo Senftleben auf Konzerttournee? Ihr gemeinsamer „Ingo-Song“ war ja in sozialen Netzwerken ein echter Hit.

Das werden wir besser nicht machen. Dann versuche ich lieber in der Opposition, das Beste für die Prignitz zu erreichen.

Wie stellen Sie sich eine Zusammenarbeit mit der AfD vor?

Eine Zusammenarbeit wird es nicht geben, aber eine sachliche Auseinandersetzung mit ihren Positionen und kein pauschales Ausgrenzen.





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