Großes Bürgerinteresse in Nebelin –

Einwohnerinitiative auf den Weg gebracht / Mehr Lärmschutz und Bauarbeiten ohne Vollsperrung der L12 gefordert

11.10.2019 | Pressebericht des Prignitzer (Von Rene Hill)

Nebelin. Das Interesse ist groß. 40 Einwohner aus Nebelin, aber auch aus Dergenthin sind am Mittwochabend ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen, um eine Bürgerinitiative zu gründen. Ortsvorsteher Matthias Behrendt und Tim Oppermann, der die neue BI leitet, sind von der Resonanz begeistert.

„Mit dieser Bürgerinitiative wollen wir die Interessen mit einem starken Zusammenhalt in die Öffentlichkeit tragen“, so der Ortsvorsteher. Dabei geht es den Nebelinern hauptsächlich um zwei Dinge: Die Verlängerung der Lärmschutzwand an der künftigen A 14 sowie die Aufrechterhaltung des Verkehrs auf der L 12 während der Bauarbeiten.

Aktuell sei eine Lärmschutzwand von 568 Metern geplant. „Doch diese müsste nach den durchgeführten Schallschutzmessungen mindestens 4,1 Kilometer lang sein, um den Lärm nicht zu hören“, so Matthias Behrendt. Ob dies so umzusetzen sei, wisse man nicht, allerdings läge die Mindestforderung bei 2,1 Kilometer. „Es geht uns um den gesamten Bereich der Raststätte ,Löcknitztal’“, sagt er. „Dieser müsse abgedeckt und mit einer Lärmschutzwand versehen werden.“ Hier ist es den Initiatoren auch egal aus welchem Material diese bestehen wird. Zwar würden sie die Initiative von Ute Reeh nach einer Lehmschallschutzwand unterstützen. Doch wenn es sich aus wirtschaftlichen Gründe nicht umsetzen lasse, dann akzeptieren die Nebeliner auch die „normalen“.

Das zweite Problem ist die geplante Vollsperrung der Landesstraße 12 zwischen Laaslich und Dergenthin während der Bauarbeiten. „Das bedeutet eine rund 40 Kilometer lange Umleitungsstrecke“, berichtet der Ortsvorsteher. „Diese führt über Cumlosen, Wittenberge und Perleberg nach Dergenthin. Das sei unzumutbar für alle Betroffenen, sind sich die Anwesenden einig. Egal ob es Berufspendler, Schüler, Kita-Kinder oder Landwirte seien. Für die Nebeliner Kita, die zurzeit gut ausgelastet ist, könnte dies sogar existenzbedrohend werden. Deshalb soll die erste große Maßnahme sein, ein großes Plakat an der L 12 zu positionieren, das auf das bevorstehende Problem und die 40 Kilometer Umleitung aufmerksam machen soll. Gleichzeitig hofft man damit noch mehr Unterstützer zu gewinnen. Des Weiteren soll ein Schreiben an die DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH gehen. Darin soll auch die Bürgeranfrage formuliert werden, warum diese Umleitung gewählt wurde und nicht die über Stavenow. Seitens der Gemeinde warte man das neue Planfeststellungsverfahren ab. „Sobald dieser vorliegt, werden wir uns einen Rechtsbeistand suchen“, so Karstädts Ordnungsamtsleiter Sven Steinbeck. Sollte sich nach Prüfung der Lärmschutz-Unterlagen Aussicht auf Erfolg abzeichnen, werde die Gemeinde Klage einreichen.

Die Landtagsabgeordneten Gordon Hoffmann (CDU) und Thomas Domres (Die Linke) sind auch gekommen, um ihre Unterstützung zuzusichern. Hoffmann ermunterte die Nebeliner, schon frühzeitig eine Petition beim Landtag einzureichen. „Ich finde es großartig, dass sie sich schon frühzeitig kümmern“, sagt er zu den Teilnehmern. Er werde einige Fragen, auch was die Umleitung und den möglichen Bau einer Behelfsbrücke betrifft, mit nach Potsdam nehmen. Thomas Domres rät dazu, die Dergenthiner und Bürger anderer Orte mit ins Boot zu holen. Jetzt wollen die Verantwortlichen sehen, dass sie so schnell wie möglich, voraussichtlich im November, Vertreter der DEGES für eine Einwohnerversammlung gewinnen können, um mit ihnen die Probleme zu besprechen.

Unterstützung bekommt die Nebeliner Bürgerinitiative vom örtlichen Heimatund Kulturverein. Dieser werde auch ein Spendenkonto für die Bürgerinitiative einrichten. „Da können Sie dann einen kleinen Obolus spenden, um die Arbeit zu finanzieren“, informiert Behrendt. Am Ende haben sich alle 40 Teilnehmer als Unterstützer der Bürgerinitiative in die Listen eingetragen.


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