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05.01.2018 | Presseartikel der Lausitzer Rundschau
Bildungspolitik - „Buschzulage“ für künftige Lehrer
Partei will junge Leute durch Unterstützung beim Studium zum Unterrichten aufs Land locken.
Potsdam Brandenburgs Linksfraktion will mit einem Stipendium den Lehrermangel auf dem Land bekämpfen: Lehramtsstudenten, die sich verpflichten, anschließend drei bis fünf Jahre an einer Schule im ländlichen Raum zu arbeiten, sollen während ihres Masterstudiums 500 Euro pro Monat erhalten.
Das kündigte die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Kathrin Dannenberg, beim traditionellen „Katerfrühstück“ der Fraktion für Journalisten gestern in Potsdam an. Zudem solle ein Runder Tisch zur Bildung geschaffen werden, an dem Vertreter der Ministerien und der Landkreise über ein „Willkommensmanagement für Lehrkräfte“ beraten sollen.

Einen ähnlichen Vorschlag hatten 2016 bereits CDU und Grüne in den Landtag eingebracht. Ihr „Landlehrerstipendium“ ging damals von 300 Euro pro Monat aus. Der Landtag lehnte den Antrag ab, beschloss aber, das Thema prüfen zu lassen. „Da kann ich nur sagen, Opposition wirkt“, sagte CDU-Bildungsexperte Gordon Hoffmann gestern gegenüber der RUNDSCHAU. „Wir unterstützen die Sache und freuen uns, dass da nun Bewegung hineinkommt.“ Allerdings müsse man auch festhalten, dass heute schon die ersten Studenten von dem Stipendium profitieren könnten, wenn die rot-rote Regierung unseren Vorschlag nicht aus „alten Ritualen“ abgelehnt hätte.

„Es ist ein Mosaiksteinchen, um Lehrkräfte zu gewinnen“, begrüßte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Günther Fuchs, gegenüber der RUNDSCHAU den Ansatz. Allerdings sollte man davon ausgehen, dass es einige Jahre dauern werde, bis eine Wirkung dieses Konzepts erkennbar werde. „Aber ich begrüße natürlich, wenn die Koalition nun auf einen Vorschlag der GEW einschwenkt.“

Damit die Koalition einschwenken kann, braucht es mehr als nur einen Partner. „Der Bildungsausschuss wird sich Mitte Januar mit einem Zwischenbericht des Bildungsministeriums zur Gewinnung von Lehrkräften in ländlichen Räumen, Strategien zur Beseitigung des Mangels an Fachlehrkräften in der Fläche und einer fachlichen Bewertung des Landlehrerstipendiums befassen“, sagte die SPD-Bildungsexpertin Simona Koß. „Wichtiger als alle anderen Maßnahmen ist aber, dass alle Bundesländer ihre Ausbildungskapazitäten für Lehrkräfte erhöhen.“ Nur so könne langfristig der bundesweit existierende Bedarf an Lehrern gedeckt werden. „Sonst wird es zu einem Hase-und-IgelSpiel bei der Lehrereinstellung kommen, das so keiner wollen kann.“ Die SPD werde aber alle „Maßnahmen und Vorschläge prüfen, die verlässlich und dauerhaft mehr Lehrer an unsere Schulen bringen“.

Ein grobes Konzept stellten die Linken am Donnerstag auch für den Einstieg in das beitragsfreie letzte Kitajahr vor. Mit 15 Millionen Euro im Doppelhaushalt 17/18 und weiteren zehn Millionen Euro in dem im Frühjahr zu verabschiedenden Nachtragshaushalt ist der Einstieg in die Beitragsfreiheit im Prinzip umgesetzt – die Frage ist, wie das praktisch realisiert werden soll. Denn in Brandenburg gibt es nach Angaben des Fraktionsvorsitzenden Ralf Christoffers rund 750 unterschiedliche Kita-Satzungen mit entsprechend verschiedenen Beitragshöhen. „Es wird keine Lösung geben, die alle zufriedenstellt“, machte Christoffers deutlich. Man werde vermutlich einen Durchschnittswert aus den Kita-Kosten aller Kitas bilden, der dann erstattet werde. Für „spezielle Situationen“ solle es eine Härtefallklausel geben.


Quelle: www.lr-online.de