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Presse
08.01.2019 | Presseartikel der Märkischen Allgemeinen
Wie geht es weiter in Kita und Schule?
Die CDU-Kreistagsfraktion aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin hatte zum Bildungsforum nach Neustadt eingeladen und diskutierte mit Erzieherinnen, Eltern und Lehrern über die aktuellen Probleme in Kita und Schule und wie sie gelöst werden könnten.

Neustadt. Die Schulen und Kitas im Landkreis Ostprignitz-Ruppin haben allesamt mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Personalmangel, die Anerkennung der Leitungstätigkeit und das Absichern der Randstunden. Das stellte sich am Montagabend beim Forum zum Thema „Bildung in Kita und Grundschule“ heraus. Ausgelotet werden sollte, wie es in den kommenden Jahren mit immer weniger werdenden Mitteln in der Bildungslandschaft weiter gehen kann.
Fachleute berichten aus ihrem Alltag

Die CDU-Kreistagsfraktion hatte dazu ins Parkcafé Neustadt eingeladen. Verwaltungsmitarbeiter, aber auch Kitaerzieherinnen, Lehrer und Eltern waren gekommen. Als Gäste im Podium waren der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steinecke und der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Gordon Hoffmann, dabei.

Aus ihrem Alltag in Kita und Schule berichteten Sabine Heller, Leiterin der Stephanus-Kita in Kyritz, Manuela Rehfeldt, Leiterin der Primarstufe an der Prinz-von-Homburg-Schule Neustadt, sowie Bastian Rodbertus, der Lehrer an der Schule am Kastaniensteig in Neuruppin.

Manuela Rehfeldt wies auch auf den schlechten baulichen Zustand der Schule in Neustadt hin, der bestimmte pädagogische Dinge nicht zulasse. Eine Kitaleiterin berichtete darüber, dass sie mittlerweile mehr in der Gruppe sei, als in ihrem Büro.

Mehr Selbstständigkeit für die Schulen

Ronald Roggelin, Leiter der Neustädter Schule, wünschte sich unter anderem mehr Selbstständigkeit für die Schulen, besonders wenn es um das Einstellen von Lehrkräften geht. So könnten seiner Meinung nach auch die Schulleiterstellen, die oftmals schwer zu besetzen sind, attraktiver gemacht werden.

Roggelin regte auch an, so genannte Lebensarbeitszeitkonten für Lehrer einzuführen. Junge Mitarbeiter könnten so mehr arbeiten und die Zeit für später aufsparen. Wer selten krank war, könne so vielleicht sogar ein halbes Jahr eher in den Ruhestand gegen, so Roggelins Vorschlag. Gordon Hoffmann denkt jedoch, dass das beamtenrechtlich nicht machbar ist.

Ausbildung nach persönlicher Eignung

Hoffmann plädierte dafür, die Lehrerausbildung künftig nicht nach dem Notendurchschnitt des Bewerbers zu ermöglichen, sondern nach persönlicher Eignung, wie er es in Finnland gesehen hat. Der Fokus in der Ausbildung sollte auf Methodik, Didaktik und Diagnostik liegen. so Hoffmann. „Wir sind in der Pflicht bedarfsgerecht und praxisnah auszubilden“, fügte er an.

Manuela Rehfeldt brachte zur Sprache, dass sich das Ansehen des Lehrers mittlerweile stark gewandelt habe. Der Lehrer werde oft zum Sündenbock für alles gemacht, Eltern würden über ganz normale Entscheidungen wie die Zensierung immer wieder diskutieren, sagte sie. Das verstärke die psychische Belastung der Lehrer enorm.

Der CDU-Kreistagsabgeordnete Sven Deter sieht die angesprochenen Mankos im System und nicht bei den Lehrkräften. „Die Probleme sind politisch gemacht“, sagte er.

Keine Lösung für die Probleme

Eine Lösung für die angesprochenen Probleme gab es an diesem Abend nicht, aber Ansätze und Vorschläge sowie klare Meinungen zu Zuständigkeiten. So müsste für die Leitungstätigkeit ein Erzieher mehr eingestellt werden, was derzeit aber nicht finanziert werden kann.

Hoffmann denkt, dass das ein Thema für die nächste Landtagswahl werden wird. Er lobte die Erzieher für die Lobbyarbeit, die sie leisten. „Sie ist hervorragend, jetzt müssen sie nur noch gehört werden“, so der Landtagsabgeordnete.

Zu viel Bürokratie für die Lehrer

Zum Lehrermangel sagte er, dass der sich auch bei einer dramatischen Kapazitätserhöhung in den nächsten sechs Jahren nicht beseitigen lasse. Lehrer hätten heute zudem in der Schule viel zu viel bürokratische Aufgaben zu erledigen. Er schlug deshalb die Einstellung von Schulverwaltungskräften vor, die vom Land bezahlt werden müssten. „Wir müssen schauen, welche Aufgaben sinnvoll ausgelagert werden können“, so Hoffmann.

Von Sandra Bels

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