Streit um Leitplanke: „Bäume stehen weit genug weg“ –

Landwirte bekommen Unterstützung von Landtagsabgeordneten im Streitthema Leitplanken an der L13 bei Blüthen

03.07.2019 | Presseartikel des Prignitzer

Blüthen Die Landwirte rund um Blüthen lassen nicht locker. Sie setzen alle ihnen zur Verfügung stehenden Hebel in Bewegung. Seit Monaten erhitzen sich die Gemüter an den Anfang des Jahres vom Landesstraßenbetrieb aufgestellten Leitplanken an der Landesstraße 13 von Blüthen in Richtung Reetz.

„Ich kann den Ärger der Landwirte verstehen. Im Begegnungsverkehr von Mähdreschern und Lkw ist das eine gefährliche Situation“, sagt der Perleberger Thomas Domres, der für die Linken im Landtag sitzt. Er und der Wittenberger Landtagsabgeordnete der CDU, Gordon Hoffmann, machten sich vor Ort ein Bild. Hoffmann hatte auch seinen Fraktionskollegen und Verkehrsexperten Rainer Genilke, der zugleich Präsident der Landesverkehrswacht ist, zu diesem Termin mitgebracht. Der Blüthener Torsten Jaeger, der federführend die Proteste gegen die „unsinnigen Leitplanken“ begleitet, demonstrierte den Landtagsabgeordneten die Situation. Zentimeter für Zentimeter schoben sich Mähdrescher, Traktor und Lkw aneinander vorbei. „Leider war kein Vertreter der Deges oder vom Landesbetrieb gekommen“, sagt Jaeger.

Domres und Hoffmann hatten bereits im Landtag eine Anfrage gestellt, auf die Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) geantwortet hatte, die Straße sei mit sechs Metern Fahrbahnbreite und jeweils auf einer Seite zusätzlichen 50 Zentimetern bis zur Leitplanke breit genug. Die Landwirte hatten schon bei ihrem ersten Vororttermin Anfang Februar erklärt, dass ein Mähdrescher 3,80 Meter breit ist und sie bei Begegnungsverkehr keine Ausweichmöglichkeiten hätten („Der Prignitzer“ berichtete).

Wie Holger Behrmann, Planer bei der Deges für die A14, erklärt hatte, sei „die Pflanzung von straßenbegleitenden Alleebäumen an der L13 zwischen Blüthen und Reetz als Ersatzmaßnahme Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses zum Neubau der A14 zwischen Karstädt und der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern vom 30. März 2012.“ Darauf reagiert Torsten Jaeger schon seit Monaten verärgert: „Wir haben dort Flächen verkauft. Hätten wir das gewusst, hätten wir nicht verkauft.“

Und zum Schutz dieser Bäume wurden die Leitplanken gesetzt. Rainer Genilke, eher ein Freund von Leitplanken wegen der hohen Zahl von Verkehrstoten, dazu: „Hier hat man allerdings nicht den Ermessensspielraum ausgenutzt. Die neu gepflanzten Bäume sind weit genug von der Straße weg, da hätte man auch einfach die Geschwindigkeit auf 70 km/h begrenzen und eine Menge Geld sparen können. Wenn man unbedingt Leitplanken bauen will, kann man die etwas weiter vom Straßenrand setzen, damit es nicht so eng wird.“ Bei der Errichtung wurden teils gerade mal die 50 Zentimeter Mindestabstand zur Straßenkante eingehalten. Die neu gepflanzten Bäume sind mindestens vier Meter entfernt.

Auch Thomas Domres ist der Auffassung, dass „die Bäume so weit von der Straße entfernt sind, dass keine Leitplanken dort nötig sind“. Die Verkehrssicherheit stehe sicher an oberster Stelle, aber da, wo es erforderlich sei. Domres ergänzt: „Der Rückbau der Planken ist dort geboten.“ Genauso sehen das die CDU-Abgeordneten. Hoffmann und Domres werden sich „nochmal gemeinsam in einem Brief an die Verkehrsministerin wenden. Der geht diese Woche noch raus“, informiert Hoffmann, „wir wollen wissen, warum vom Ermessensspielraum kein Gebrauch gemacht wurde und werden fordern, dort Abhilfe zu schaffen.“ 


Quelle: https://www.svz.de/24540927 ©2019