Nur Männer in den Landtag

Kandidaten wollen sich für Infrastrukturausbau und bessere Bildung einsetzen

19.08.2019 | Pressebericht des Prignitzer (Von Ronald Ufer)

Prignitz Es war eine Männerrunde, die am Donnerstagabend zum LandtagsKandidatenforum der Wirtschaftsjunioren Prignitz nach Quitzow gekommen war. Thomas Domres (Linke), Michael Hintz (FDP), Gordon Hoffmann (CDU) Harald Pohle (SPD) und Rainer Schneewolf (Grüne) stellten sich den Fragen von Benjamin Lassiwe. Oliver M. Czajkowski (AfD) und Maik Tesch (BVB/Freie Wähler) waren aus Termingründen nicht dabei. Wichtige Themen waren Infrastruktur, Bildung und Digitalisierung. 

Gordon Hoffmann sprach sich für den Ausbau der Funknetze aus, um überall in der Prignitz die Funklöcher zu stopfen. Wenn nicht anders möglich, müsse das Land Masten bauen. Es gelte auch für die Prignitz: 100 Prozent Gebühren bedeuteten 100 Prozent Empfang.

Harald Pohle plädierte dafür, die 60 Millionen Euro Fördermittel, die dem Landkreis zum Breitbandausbau zur Verfügung stehen, zügig zu nutzen. Die Umsetzung werde einige Zeit erfordern.

Thomas Domres verwies auf das Angebot an die Netzanbieter, Mobilfunkmasten des Landes mit zu nutzen. Bereitstehendes Geld müsse verbaut werden. Er kritisierte, dass die Verträge des Bundes keine flächendeckenden Handyempfang sicherten.

Rainer Schneewolf forderte den zügigen Ausbau von Handynetzen und Breitband. Er plädierte mit Blick auf mögliche Strahlenbelastung und Energieverbrauch für die zurückhaltende Nutzung. Er schalte Wlan und Handy aus, wenn er es nicht brauche.

Auch Michael Hintz will eine rasche Vollversorgung mit Breitband und Handynetzen. Das gehöre zur Daseinsvorsorge und sei für Notfälle wichtig. Digitalisierung bedeute auch, Inhalte zu schaffen durch die Verwaltungen. Aber nicht alles müsse vom Computer aus erledigt werden. Wichtig sei, dass der Sachbearbeiter persönlich ansprechbar sei. Dem schlossen sich die anderen Kandidaten an.

Gordon Hoffmann verwies zudem auf die Bedeutung der Digitalisierung für Firmen und für Schulen. Diese verfügten in der Mehrzahl noch nicht über genügend leistungsstarke Anschlüsse. Digitalisierung müsse auch die Sorgen der Menschen öffentlich machen und als Möglichkeit begriffen, ihnen mehr Einblick zu geben. Möglich sei die Übertragung der Kreistagssitzungen, so Rainer Schneewolf.

Auch Harald Pohle warb für die Digitalisierung als Chance für die Bürger, stärker einbezogen zu werden. Ältere müssten unterstützt werden, um die Angebote zu nutzen.

Einig waren sich die Kandidaten, die Mittel für die Bildung aufzustocken. Die Lehrerausbildung in Potsdam müsste erweitert, Quereinsteiger besser qualifiziert werden, betonte Gordon Hoffmann.

Michael Hintz will kleinere Mindeststärken für Klassen im Oberstufenzentrum, um mehr Ausbildungsangebote im Landkreis zu halten. Auch an Grundschulen müsse es kleine Klassen geben. Bildung und Ausbildung seien ein Problem für Politik und Wirtschaft. So gebe es bei bestimmten Ausbildungen nicht nur am Oberstufenzentrum keinen Cent für die Jugendlichen. Auch sei die Ausbildungsquote nicht gut, sagte Thomas Domres.

Harald Pohle verwies auf die enge Kooperation mit Firmen der Schule für Gesundheit Perleberg. 80 bis 90 Prozent der Absolventen blieben in der Region. Das sei ein Beispiel für andere. Rainer Schneewolf plädierte wie zuvor Harald Pohle für die enge Zusammenarbeit von Lehrern und Eltern. Er verwies als Unterstützung der Digitalisierung in Firmen auf die Digitalscouts der Industrie- und Handelskammer. rouf



Quelle: https://www.svz.de/lokales/prignitz/nur-maenner-in-den-landtag-id25171362.html