Debatte um Rettungshelikopter

Standort Perleberg in Frage gestellt

24.09.2020 | Pressebericht des Prignitzer (Von Oliver Gierens)

Äußerungen des Neuruppiner Landtagsabgeordneten Clemens Rostock (Grüne) zum Standort des Rettungshubschraubers „Christoph 39“ haben für Kritik gesorgt. In der „Märkischen Allgemeinen“ forderte der Politiker kürzlich einen ständigen Hubschrauber für Neuruppin – und das offenbar zu Lasten des Prignitzer Kreiskrankenhauses. „Neuruppin ist der bessere Standort als Perleberg“, wird Rostock in dem Artikel zitiert. Dabei stützt er sich auf zwei Experten-Gutachten, die dem Land vorliegen. Sie sprechen sich für einen dauerhaften Heli-Standort in Neuruppin aus, um insbesondere Hezinfarkt- und Schlaganfallpatienten schneller versorgen zu können. 

Linke widersprechen, Hoffmann (CDU): "Nicht zielführend"

Seit 2008 ist der vom ADAC betriebene Rettungshubschrauber im Perleberger Klinikum stationiert, und das soll auch nach dem Willen der Linken im Landtag so bleiben. „Die von Rostock benannten Gutachten belegen beide unabhängig voneinander, dass beide, also sowohl Neuruppin als auch Perleberg, einen ständigen Rettungshubschrauber brauchen. Es darf also kein Umsetzen geben“, erklären der gesundheitspolitische Sprecher der Linken, Ronny Kretschmer, und der Prignitzer Landtagsabgeordnete Thomas Domres.

 

Bisher war auch nicht die Rede davon, dass der Hubschrauber von Perleberg nach Neuruppin verlegt werden soll. Im Gespräch stand stattdessen ein zusätzlicher Helikopter. So sieht der Landkreis Prignitz derzeit keine Veranlassung, sich zu dem Thema zu äußern. Die Zuständigkeit der Luftrettung fällt in Landeshoheit, erklärte Landkreis-Sprecher Frank Stubenrauch auf Anfrage unserer Zeitung.


Quelle: https://www.svz.de/29741807 ©2020