Oberhavel zieht die Notbremse sofort – Lockerungen werden zurückgenommen

Pandemie Seit mehr als einer Woche liegt die Inzidenz bei über 100. Ab heute muss unteranderem der Einzelhandel wieder schließen. Von Marco Winkler

22.03.2021, 19:58 Uhr | Pressebericht Oranienburger Generalanzeiger

Am  Montag  fiel  die  endgültige  Ent-scheidung in Oberhavels Kreisverwal-tung: Der Landkreis nimmt die Lockerungen, die seit Anfang März gelten, mitsofortiger  Wirkung  zurück.  Auch  zuWochenbeginn hatte Oberhavel erneutden  Inzidenzwert  von  100  weit  überschritten. Er lag am Montag bei 156,8.Zwischendurch  stieg  er  am  Wochenende  sogar  auf  163  an.  Über  das Wochenende gab es 114 Neuinfektionen,  unter  anderem  haben  sich  zwei Kinder der Ahorn-Grundschule in Bergfelde infiziert. 44 Kontaktpersonen sind in  Quarantäne.  Die  hoch  ansteckendebritische Virusmutation ist auf dem Vormarsch.

„Konsequentes Nachsteuern“
Seit Montag gilt die aktualisierte Eindämmungsverordnung  des  Landes. Demnach müssen Kreise, in denen die 100er-Marke an drei Tagen hintereinander  überschritten  wird,  Lockerungen zurücknehmen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nannte das Vorgehen jüngst „konsequentes Nachsteuern“, Gesundheitsministerin  Ursula  Nonnemacher (Grüne) sagte, es gelte nun, die dritte  Welle,  die  „leider“  da  sei,  zubremsen. In Oberhavel will man rechtzeitig  auf  die  Notbremse  treten  undn icht länger abwarten bis weitere drei Tage verstreichen. Schon seit Freitag, 12. März, überschreitet die Inzidenz die kritische Marke. Ab Dienstag, 23. März, gelten deshalb einschränkende Maßnahmen  im  Landkreis  beziehungsweise werden Lockerungen zurückgenommen. „Bei steigenden Inzidenzzahlen hält sichder  Landkreis  Oberhavel  weitere Schritte zur Eindämmung der Coronapandemie  vor“,  teilt  Kreissprecherin Ivonne Pelz am Montag gleich vorbeugend und mit Blick auf die Resultate der am Montag geführten Gespräche zwischen Bund und Ländern mit. Demnach könnten die gerade erst in Kraft getretenen Regeln erneut verschärft werden. Im Gespräch  sind  eine  Ausgangssperresowie ein Verbot des Terminshoppings im Einzelhandel. Auch von Schul- und Kita-Schließungen bei entsprechender Inzidenzüberschreitung  ist  laut  ersten Medienberichten  die  Rede. 
 
Voraussichtlich würden im Verlauf der Woche neue Landesregeln folgen, sagt Ivonne Pelz. Die seit einiger Zeit sehr hohen Zahlen in Oberhavel sind nichtzuletzt auch auf eine durchaus erfolgreiche  Teststrategie  zurückzuführen.  In mehreren Orten werden Schnelltests von DRK, Johannitern und Apotheken angeboten. „Die dabei entdeckten Positivfälle wirken sich allerdings auf unsere Inzidenzzahl aus“, sagte Landrat Ludger Weskamp (SPD). 

11.000 Impfungen 
Die  Impfungen  kommen  schleppendvoran. Zur Skepsis dürfte die Ausset-zung  von  Astrazeneca  geführt  haben.Astrazeneca wird auch in Oranienburgneben Astrazeneca verimpft. Branden-burg liegt im Bundesvergleich bei derImpfquote ganz hinten. Die CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Walter-Mundt bezeichnet das als „inakzeptabel“. Mit Generalsekretär  Gordon  Hoffmann besuchte  sie  das  Impfzentrum.  Laut CDU-Mitteilung werden im HBI-Forumderzeit 850 Personen pro Tag geimpft. Das DRK hatte zur Eröffnung von 600 bei voller Auslastung gesprochen. Mehrals 11.000 Personen wurden in Oranienburg bisher geimpft. Die mobilen DRK-Teams spritzten rund 5.800 Menschen in Pflegeeinrichtungen die Vakzine.


Quelle: https://www.moz.de/lokales/oranienburg/corona-in-oberhavel-oberhavel-zieht-die-notbremse-sofort-_-lockerungen-werden-zurueckgenommen-55833010.html